Im Digital der Tränen!

Digitalisierung ist ein großes Wort: Es gibt einen Haufen Schmuh. Und echte Perlen. Die liegen aber nicht so rum. Du musst sie einzeln herauspicken. Deshalb reden wir. Und irgendwann haben wir ein Mikro dazugestellt.

Wir sind Betroffene. Zeitzeugen. Profiteure. Pioniere. Klar, unser Humor stammt noch aus den Neunzehnhundertachtzigern. Aber wir mischen feste mit: Als Unternehmer, Marketing-Expertainer und Perlentaucher.

Ekkehard ist erkältet. Für eine Woche hat er sich krank gemeldet. In den guten Momenten arbeitet er trotzdem. Grund genug für ein paar grundsätzliche Gedanken zum Kranksein: Hat Corona die Hürde fürs Krankmelden angehoben? Ist das Bewusstsein gestiegen, dass wir andere anstecken? Warum arbeitet jemand, der entschuldigt ist? Sollte eine Führungskraft ein gutes Beispiel abgeben? Sollten sich alle frei genug fühlen, selbst zu entscheiden?


Müll polarisiert. Die einen werfen weg, als gäbe es kein Morgen. Die anderen spülen selbst noch die Marmeladengläser vor ihrer Container-Bestattung. Und irgendwo zwischendrin tummeln sich Jens und Ekkehard mit selbstkritischer Leidenschaft und hanebüchenen Beobachtungen zum Thema Müll.


Aydo Schosswalds Leidenschaft ist die Digitale Transformation im Mittelstand. Der Managing Partner von Schosswald & Co. Engagiert sich als Initiator von Deutschland Tomorrow, einem Austauschformat für derzeit 150 mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer. Außerdem ist Aydo Mitgründer des ersten deutschen Accelerators für Hardware Startups, eines Kopenhagener Think Tanks zu Digitalethik, einer Digitalberatung in Berlin und zweier europäischer Tech-Konferenzen rund um Digitalisierung.

Der Mittelstand ist erklärter Sweet Spot des fränkischen Wahlberliners. Er liebt das Denken in generationenlangen Linien. “Im Mittelstand sind viele unternehmerische Menschen in Verantwortung. Sie haben Interesse an gesellschaftlichem Fortschritt, sind getrieben von Neugierde und Spaß an schöpferischer Arbeit.”

Viele mittelständische Unternehmen müssen “eine gewisse Schizophrenie” lernen. Zum Beispiel die Automobilzulieferindustrie: Wer heute noch am Verbrenner hängt, sucht händeringend nach neuen Möglichkeiten. Es geht darum, bewährte Geschäftsmodelle zu nutzen und gleichzeitig Experimentierfelder zu schaffen.

Mittelständische Führungskräfte lassen jetzt Macht fallen. Mut und Spieltrieb werden zu wertvollen Qualitäten. Sie sind schnell, lesen viel, tauschen sich aus. Doch das Bild ist durchwachsen. Einige pflegen noch das Konkurrenzgehabe von früher. Sie horten Know-how – und Menschen, dabei ist die Beschäftigung in einem Unternehmen auf Lebenszeit überholt.

Was Digitalisierung im Mittelstand bedeutet? Das kann ganz einfach sein, sagt Aydo: “Assets runter, Margen hoch”. Und da sind wir auf einem guten Weg. Die Kunst ist es, sich zu öffnen und mit anderen zusammenzuarbeiten. Vor allem mit Startups und Digitalwirtschaft. So können Startups und Mittelständler voneinander lernen und zusammen schneller vorankommen.


Das Konzept “Auto” scheint nicht mehr zu funktionieren. Innenstädte sind überlastet, Fernstraßen voller Staus, die Umwelt leidet. In Zeiten der Energiewende wirkt es grotesk, auf jeder noch so kleinen Strecke eine Tonne Blech zu bewegen.

Warum also überhaupt noch ein Auto, fragen sich immer mehr Menschen. Vor allem unter der jungen Stadtbevölkerung ist das Auto nicht mehr das Status-Symbol, das es gewesen ist. Für viele gehört sogar der Führerschein nicht mehr zur Grundausstattung.

Alternativen werden präsenter: attraktive Angebote der Bahn, immer ausgetüfteltere E-Mobility-Konzepte und selbst das Gehen wird wiederentdeckt.

Dagegen arbeitet ein psychologischer Effekt: Der Irrglaube nämlich, der Mensch hinter dem Steuer hätte die Kontrolle. Wer schon mal mehrere Stunden in der Bahn festgesessen ist, hat Ohnmacht gespürt. Die zahlreichen Staus auf längeren Autostrecken dagegen werden oft geduldiger weggesteckt.

Es gibt aber auch belastbare Gründe fürs Auto. Die letzte Meile ist ein Kriterium, sagt beispielsweise Jens: Dort, wo der öffentliche Personennahverkehr nicht präsent ist. Oder der Aktiv-Urlaub mit Kindern, Koffern und Sportgerät, der sich eher umständlich mit der Bahn planen lässt.

Dominik Gutt forscht zu Online-Bewertungen. Mit seiner wissenschaftlichen Arbeit hat der Doktor der Wirtschaftsinformatik und Assistant Professor an der Erasmus Universität in Rotterdam dieses Jahr die Jury des Targion-Wirtschaftspreises überzeugt.

Dass gute Bewertungen den Online-Absatz steigern, belegt die aktuelle Forschung. Mit Bewertungen soll Vertrauen hergestellt werden. Als Dominik mit seiner wissenschaftlichen Arbeit begann, waren die Datensätze noch überschaubar groß. Heute wissen Verbraucher oft nicht, auf welche Signale sie achten sollen.

Gefälschte Bewertungen führen zu besseren Abverkäufen. Sie werden durch Facebook-Gruppen regelrecht gefarmt. Meistens sind sie weniger detailreich. Neutrale Vergleichsportale wie Yelp nutzen maschinelle Lernmodelle, um ihre Fake-Review-Filter zu verbessern. Kontext-Variablen spielen hier eine wichtige Rolle, wie etwa Tageszeit, Textlänge und Grad der Vernetzung.

Auch psychologische Phänomene beeinflussen Bewertungen, wie beispielsweise das Herding: Man schließt sich der “Meinungs-Herde” an. Oder der “First-Review-Bias”, bei dem die erste Bewertung den Ton für die folgenden Meinungen vorgibt. In dieser Folge begeben uns auf einen “Ausflug in die Abgründe des Menschseins”.


Lukas Menges ist Managing Partner Technology bei W3 digital brands, einer jungen Web-Agentur in Konstanz am Bodensee. Wenn er ein Angebot schreibt, nennt er einfach nur eine Zahl. OK, vielleicht noch ein paar inhaltliche Punkte. Aber das wars dann auch schon.

Lukas ist davon überzeugt, dass Zufriedenheit nicht käuflich ist. Er gibt seinen Kunden und Kundinnen eine Art Zufriedenheitsversprechen. Und das sei mehr wert als Geld. Der Betrag, den er aufruft, ist lediglich die kaufmännische Basis. Sie soll beiden Seiten eine gute Zusammenarbeit ermöglichen.

Das Zwischenmenschliche ist elementar für Lukas: “In den ersten zehn Minuten weißt du, ob der Kunde kommt”. Ehrlichkeit und Offenheit seien die wichtigsten Firmenwerte. “Ich kann nur erzählen und Referenzen zeigen. Ich kann es nicht beweisen”. Seiner Erfahrung nach nutzen wir viele Sinne, um Vertrauen zu bilden. Wesentlich seinen Transparenz und wertebasierte Kommunikation; “Ehrlich sein und im Zweifel auch mal einen vertrieblichen Nachteil in Kauf nehmen”.

Andreas Mundanjohl ist auf IT-Recht spezialisiert. Er ist in einem Umfeld unterwegs, “wo es hinderlich ist, der typische Anwalt zu sein”. Vor allem Pragmatismus ist gefragt. Denn seine Klientel besteht in der Regel aus sehr strukturierten Menschen.

Das wichtigste Anliegen von Andreas ist es, einen spürbaren Wertbeitrag zu leisten. Und das ist für einen Anwalt nicht immer leicht. Ein agiles Mindset ist da sehr hilfreich: Wenn er in rechtsrelevante Themen frühzeitig eingebunden ist. Und wenn Vertrauen herrscht in einem fachübergreifenden Team.

Die Königsdisziplin ist es dann, rechtliche Aspekte nicht als Einschränkung, sondern als Chance zu begreifen. Zum Beispiel mit einem pro-aktiven Marketing. Jens und Ekkehard stimmen zu – in dieser Folge wird das eine oder andere Juristen-Klischee lachend beerdigt.

Jürgen Artmann ist Geschäftsführer der Accso GmbH, eines erfolgreichen IT-Dienstleisters mit 200 Mitarbeitenden in Darmstadt. Und: Jürgen ist Poet! Er schreibt Gedichte und Prosa, vor allem Kurzgeschichten.

Es selbst nennt sich “Hobbyautor”. Das ist untertrieben, denn der zweifache Familienvater mit Wohnsitz in Straßburg schreibt seit 2020 und ist in dieser kurzen Zeit schon vielfach veröffentlicht worden. Eines seiner Gedichte hat es bis nach Japan geschafft.

Als Schüler des Schriftstellers und Drehbuchautors Bodo Kirchhoff beobachtet Jürgen Artmann alltägliche Dinge aus seinem Leben. “Du merkst Geschichten an, ob sie erlebt sind”. Seine Texte teilt er auch in seinen Business-Netzwerken. Und er bekommt immer wieder Feedback, das ihn motiviert.

Berühren seine Geschichten? Das könnt ihr gerne selbst herausfinden: In dieser Folge gönnt uns der Autor zwei Kostproben.

Zeitdruck scheint Jens und Ekkehard allgegenwärtig. Geht es darum, nichts verpassen zu wollen? Ist die virtuelle Omnipräsenz falsch verstandenes Pflichtbewusstsein? Und allen scheint es ähnlich zu gehen. Das ist sicher nicht erst seit Corona so. Auf jeden Fall aber hat Corona den gefühlten Zeitdruck um ein Vielfaches verstärkt.

Ganz klar: Bei all dem Druck braucht es Ruhephasen. Wir müssen die Dinge auch mal reflektieren, mal die größeren Muster erkennen können. Wo es diesen Raum nicht gibt, geht ein wertvoller Schatz an Beobachtungen unter. Firmen antworten mit unternehmensweiten Resilienz-Initiativen. Dabei wäre es schon toll, einfach mal runterzukommen und sich einzustimmen auf den nächsten Termin.

An Tagen mit wenigen Kalendereinträgen kann Jens unglaublich produktiv sein, sagt er. Allerdings gilt auch: “Ich kann oft alleine die Dinge nicht gut reflektieren.” Es braucht Zeit-Inseln, wo sich Menschen ohne Agenda treffen und darüber sprechen, was sie gerade bewegt. So, wie früher an der Kaffeemaschine eben. “Zeitdruck” ist mal wieder eine Folge voller Selbstoffenbarungen. Und mit coolen Life Hacks.

Nach einer mehrwöchigen Kriegspause melden sich Jens und Ekkehard zurück. Mit Ohnmacht und Angst: Wie gehen wir mit dieser Situation um? Weitermachen wie bisher? Mit einem schlechten Gewissen, weil wir privilegiert sind? Darf man noch Skifahren gehen?

Das Unvorstellbare dringt in unsere heile Welt ein. In Form von Nachrichten, Bildern, über die Erzählungen unserer Freunde, Kolleginnen und Bekannten. Wackelige Handyfilme, die Partisanenkämpfe in den Gassen zeigen. Wohnblöcke brennen, Menschen verlieren ihr Leben. Abstrakt, wie in einem Computerspiel. Nur langsam scheinen diese Eindrücke als Wahrheiten in unser Bewusstsein vorzudringen.

Mit Spenden und Hilfsaktionen bekämpfen wir Symptome. Doch was ist die Ursache? Der krude Wille eines Menschen, der sich die Vergangenheit zurück wünscht? Warum sind wir als Weltbevölkerung schon wieder nicht in der Lage, etwas gegen einen von der Wirklichkeit losgelösten Machthaber auszurichten? Und welchen Ausgang wird das nehmen?

Zurück bleibt Fassungslosigkeit. Die Worte fehlen. Eine ungewohnt düstere Folge von Digitacheles.

Warum machen wir Dinge selbst, die von externen Dienstleistern potenziell besser gemacht werden könnten? Ist es Geiz? Die Angst vor Kontrollverlust? Glauben wir, dass wir es selbst am besten können?

Jens und Ekkehard streifen durch ihre Selbermacherthemen, beruflich wie privat, von der Website über Datenschutz und Vertrieb bis zum Recruiting, vom Wasserhahn bis zur Jalousiensteuerung. Die Hürden und der potenzielle Nutzen bei der Arbeit mit Externen sind von Thema zu Thema sehr unterschiedlich.

Der Antrieb fürs Selbermachen liegt aber ganz woanders, entdecken die beiden: Es geht darum, zufriedene Menschen um sich zu haben. Die Menschen im Umfeld Entscheidungen treffen zu lassen. Das Mitmachen, das sich Einbringen, das selbst Gestalten ist es, das Zufriedenheit schafft. Das stolz macht. Vielleicht sogar ein bisschen glücklich.

“Agile hilft, mit Ungewissheit klar zu kommen” , sagt Adam Janosch, der rappende Agile Coach aus Köln. Mit Songs wie “Systemtheorie”, “Product Owner Song” und “Retro” will er Agile Methoden wie Scrum unterhaltsam erklären.

“Im Jahrhundert der Komplexität” sind Ungewissheit und Wandel auf der Tagesordnung. Dass wir Widerstand empfinden, ist regelmäßig zu beobachten. Der Rapper mahnt Geduld mit Gewohnheiten und Mustern an und empfiehlt, in kleinen Schritten vorzugehen.

Jens und Ekkehard fragen den Experten, woran agile Teams scheitern können und wie sie sich am besten davor schützen. Und natürlich gibt Adam auch einige Hörproben zum besten!

Wie schnell du entscheidest,  scheint eine Sache des Typs zu sein – und von Art und Reichweite der Entscheidung abzuhängen.

Jens und Ekkehard bekennen sich beide spontan zu schnellen Entschlüssen. Im Gespräch kommt es dann doch auf den Tisch: Ekkehard hadert mit Konsumentscheidungen. Jens nimmt sich über Nacht Zeit, wenn sein Votum Bewerbende betrifft. Einig sind sich die beiden darin, kaum Entscheidungsreue zu empfinden. Auch dann nicht, wenn andere entschieden haben.

Dein schneller Entschluss kann Gruppenprozesse gehörig beschleunigen. Du findest heraus, ob Einzelne echte Präferenzen haben oder einfach unentschlossen sind. Ekkehard verrät einen Life Hack, wie du die Gruppe mitnimmst.

“Das ist aber ein schönes Bild!” – was um alles in der Welt könnte an diesem Satz gewalttätig sein?

Es ist das Urteil, das in sich schon die Möglichkeit seines Gegenteils trägt. Wer urteilt, bewertet und agiert nicht auf Augenhöhe. Ziel der gewaltfreien Kommunikation ist es dagegen, eine wertschätzende Verbindung aufzubauen. Sie will Orientierung geben statt zu bewerten. Im Kern geht es um Bedürfnisse und Gefühle.

“Alles, was wir tun, machen wir, um unsere Bedürfnisse zu erfüllen”, sagt Peter Baum. Er ist Trainer für gewaltfreie Kommunikation. Der Ingenieur befasst sich schon seit 10 Jahren mit diesem Thema und leitet Projekte für Erwachsene und Kinder.

In dieser Folge von Digitacheles verblüfft er Jens und Ekkehard: Es geht um Giraffensprache und Wolfssprache. Um Urteile, Vorwürfe, Pseudogefühle und Selbstempathie. Um richtige und falsche Strategien. Es gibt herzlich viel zu lachen. Und vor allem: zu lernen!

“Was hat die Pandemie mit den Menschen gemacht?”, hat sich die Diakonie Deutschland gefragt und eine Langzeitstudie in Auftrag gegeben. Herausgekommen sind acht Corona-Typen, von den Ausgebrannten bis zu den Zuversichtlichen.

Mit einem Online-Selbsttest unter pandemomat.de soll man herausfinden können, zu welcher der Kategorien man gehört. Jens und Ekkehard haben sich dem Test unterzogen. Ihre Bilanz ist vergnüglich ernüchternd.

Wie verkauft man etwas, das es noch nicht gibt? Du verkaufst nie einen Gegenstand oder eine Dienstleistung. Sondern immer das Erlebnis – das vorweggenommene Ergebnis des Kaufs. Es geht darum, Gefühle zu triggern. Wertvorstellungen wachzurufen. Gemeinschaft zu vermitteln. Risiken zu relativieren und neu zu framen.

Der Gegenstand der Begierde entsteht im Kopf. Selbst wenn es ihn physisch noch gar nicht gibt. Davon leben Marken. Und die Menschen, die diese Magie beherrschen. Jens und Ekkehard machen einen Rundgang von der Tupper Party über Crowd Funding bis hin zur Customer Co-Creation. Und sie bringen ihre Beobachtungen auf den Punkt: Es gibt eine Handvoll einfacher Prinzipien für die Magie des Verkaufens.

Hand aufs Herz: Wer wollte nicht auch schon mal einen Podcast aufnehmen? Dazu braucht es verblüffend wenig Technik. Auf ein paar Dinge sollte man allerdings achten. Die erste Folge im neuen Jahr vermittelt einen Einblick, wie Digitacheles entsteht.

Marius Rohne kommt zu Wort, unser Mann hinter den Kulissen. Der begeisterte Podcast-Hörer ist 28 Jahre alt und studiert Design an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München. Sein Schwerpunkt ist UI-Design, er filmt, fotografiert und spielt Schlagzeug. Und seit zig Folgen schneidet er unseren Podcast, hört kritisch zu, holt auch aus einer mittelguten Tonspur noch echte Emotionen heraus und gibt uns unermüdlich Tipps, wie wir unser Setup optimieren.

In dieser Folge plaudert Marius aus dem Nähkästchen: Wer sich von Fachausdrücken wie De-Noiser, Kompressor oder Limiter nicht einschüchtern lässt, kann so den einen oder anderen Anfangsfehler  vermeiden. Im besten Fall inspiriert diese Folge mit Tipps zu Hardware, Software und den richtigen Einstellungen zum Selbermachen!

“Sterben ist etwas sehr Analoges.” Markus Müller ist Jurist, Gründer, Verbandsvorsitzender. Er war Europachef von Blackberry. Er hat eine Tantramassagepraxis geleitet. Und seit seiner Ausbildung zum Hospizhelfer widmet er sich ehrenamtlich Sterbenden und Angehörigen.

“Man braucht nicht immer Lösungen, um zu helfen. Der Tod ist final, das lässt sich nicht lösen. Es geht darum, da zu sein”. Markus hat schon viele Mensch auf dem letzten Weg begleitet. Es braucht Mut und Offenheit, um sich diesem Thema zu stellen. Das Unbekannte schafft Angst. Es lohnt sich also, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen, ist er überzeugt.

Jede Woche schaut Markus dem Tod in die Augen. Er lebt heute voller, intensiver, sagt er. Seine Sprache ist frei von Schnörkeln, jeder Satz ein Statement. “Zeit bekommt eine andere Wichtigkeit”. Die Schwerpunkte seines Lebens haben sich geändert: “Wir sind geneigt, die Dinge zu tun, die von außen gelobt werden, nicht das, was wir tun wollen.” Autsch.

“Mal rausziehen aus dem Tagesgeschäft und das eigene Leben von oben angucken”, lautet die Empfehlung von Markus. “Die eigenen Werte betrachten”. Und die Konsequenzen ziehen – aber das sagt er nicht, das lässt der Menschenkenner in der Schwebe. Er selbst jedenfalls lebt es so.

Diese Folge von Digitacheles ist länger. Jede einzelne Minute lohnt sich. Versprochen!

Am Anfang gab’s drei Kanäle. Je mehr Kanäle und je privater das Fernsehen, desto dröger ist es geworden. Für viele Zeitgenossen gilt bis heute: Zappen, bis der Arzt kommt. Ekkehard spricht von einer “Zeittötungsmaschine”, wenn’s um lineares Fernsehen geht.

Aber Fernsehen ist auch ein Stück Zeitgeschichte, ob’s um DDR-Produktionen oder um Live-Bilder vom Mauerfall oder dem Angriff auf die Twin Towers geht. Oder einfach um den besten Tatort aller Zeiten.

In dieser Folge von Digitacheles liegen echte Leidenschaft, viel Vorurteil, warme Erinnerungen und auch ein paar Fakten auf dem Tisch: Ein ebenso launiger wie persönlicher Rückblick auf 50 Jahre TV-Geschichte.

Darfst du offen für politische Parteien eintreten, wenn du beruflich eine Leitungsfunktion hast? Wenn du Führungskraft in einem Unternehmen bist?

Wo fängt politische Beeinflussung an – schon mittags, bei der Frage nach veganem Essen? Oder erst dann, wenn du eine klare Wahlempfehlung gibst? Was ist übergriffig, was geht gerade noch durch? Und wie reagierst du, wenn andere im Unternehmen politisieren?

OK, privat wirst du dich ja wohl noch politisch engagieren dürfen. Oder? Was ist schon privat in Zeiten von Social Media? Auch Plattformen wie Facebook, Instagram und Tiktok werden zunehmend im Business-Kontext genutzt.

Vielleicht ist der Schlüssel eine differenzierte, ausgewogene Argumentation – jenseits von Ideologien und Glaubenssätzen. Eine offene Grundhaltung, die auch Andersdenkende einschließt und den Diskurs als beflügelnd begreift.

“Daten haben eine materielle Seite. Sie hinterlassen einen gewaltigen ökologischen Fußabdruck. Muss ich mich damit abfinden? Meine Antwort: Nein.” Susanne Grohs-von Reichenbach hat eine Mission.

Die Gründerin des Startups Think Digital Green will dem achtlosen Verbrauch von Daten auf den Leib rücken. Dazu rechnet die Betriebswirtin vor, dass schon ein einziges versendetes Gigabyte 480 Gramm CO2 verursacht.

Und das läppert sich. Allein die Abermillionen achtlos dahingestreamter HD-Videos lassen die Rechenzentren der Welt warm laufen. Dabei ist die Lösung nur einen Klick entfernt – und das ganz ohne Verzicht. Denn auf einem Smartphone-Display ist die Standard-Auflösung völlig OK.

Das und noch viel mehr bewegt die umtriebige Umweltfreundin. Ihr Ansatz ist durchgängig positiv: Nicht noch mehr Stress, nicht Verzicht verlangt sie. Nur ein kleines bisschen Nachdenken. Verführerisch einfach sind die meisten ihrer Vorschläge.

Sie nennt es den Suffizienz-Gedanken. Auf deutsch in etwa: Mehr braucht’s nicht. Wer diesem Ansatz folgt, wird täglich neue Gelegenheiten finden, verlustfrei CO2 zu sparen.

Hier geht’s zu Think Digital Green


Wann wird eine freundliche Empfehlung zu Vitamin B? Gehört es dazu, dass andere durch die Empfehlung übervorteilt werden? Oder ist eine private Beziehung etwa ein Indiz?

Jens und Ekkehard versteigen sich zur These, dass Social Media Vitamin B demokratisiert: Immer geht es um die Beziehungen von Menschen, um Gemeinschaft. Erst gibt es einen verbindenden Impuls, dann kommt die Dauer dazu – das schafft Vertrauen.

Diese Connections vermitteln das Gefühl, man hielte einen Hebel für die Zufälle des Lebens in der Hand. Und berechnende Zeitgenossen häufen möglicherweise sogar Gefallen an, damit sie im Gegenzug etwas gut haben – ein Guthaben. Menschlich oder unfair?

Die meisten Leute ziehen das Smartphone raus, sobald sie nichts anderes in der Hand halten. Viele müssen sogar beim Gehen auf dem Gerät herumwischen. Das scheint vordergründig auch nötig – der Abstand zwischen zwei Nachrichten hat sich unglaublich reduziert. Aber: Muss man immer alles in Echtzeit erfahren? Warum tun wir uns das an?

Reaktanz heißt “Blindwiderstand”. Wir gehorchen ihm alle. Und uns sind weder seine Mechanismen noch sein zerstörerisches Wesen bewusst. Geschweige denn, wie er in den Griff zu bekommen wäre.

Damit will Carmen Thomas jetzt aufräumen. Wie gut unserem Gast das gelingt, hört ihr selbst – in einem nicht ganz Reaktanz-freien Podcast mit einer streitbaren Moderatorin, Reporterin und Autorin von 16 Büchern. Ihr Lebenswerk dreht sich um ein Leitmotiv: Wie gehen wir Menschen mit uns selbst und mit anderen um?

Übrigens: Ja, es ist DIE Carmen Thomas, die 1973 als erste Frau eine Sportsendung im deutschen Fernsehen moderierte und den legendären Versprecher “Schalke 05” raushaute. Und es ist kaum zu glauben, aber die Erde drehte sich nahtlos weiter. Danke für diese wunderbare Erkenntnis, liebe Carmen!

Huiuiui: Mehr Tacheles geht nicht. In dieser Folge schüttet Ekkehard sein Herz aus. Biophilie ist die Liebe zum Leben. Auch die Liebe der Menschen zu den Tieren. Aber wir Menschen sind verroht – zahlreiche Beispiele scheinen das zu belegen. Gewohnheit und Bequemlichkeit auf Seiten der Konsument*innen, Profitmaximierung auf Seiten des Fleischmarkts.

Das in Frage zu stellen, führt zu Reaktanz – man will mir etwas wegnehmen und mein persönlicher Vorteil liegt mir näher als die große Wahrheit dahinter. Die kognitive Dissonanz umgehen wir recht billig. Wir bilden willkürlich Kategorien und bewerten die Dinge unterschiedlich. Immerhin, es gibt Licht am Ende vom Tunnel: Sprachliche und dingliche Symbole verändern uns langsam hin zu einer neuen Normalität.

Online-Events sind in der Regel staubtrocken. So, wie Digitalisierung nicht verstanden wird, werden auch Online-Events nicht verstanden: Statt neue, kurzweilige Formate zu entwickeln, die die Stärken der Online-Präsentation nutzen, werden Offline-Formate beinhart eins-zu-eins übertragen. Folienschlachten am Bildschirm statt am Beamer. Nur ohne die Canapés. Das braucht nun wirklich niemand nach neun Stunden vor dem Bildschirm. Die gute Nachricht: Es gibt Licht am Ende vom Tunnel!

Social Media ist wie eine branchenübergreifende Messe, die rund um die Uhr läuft. Auch im Business-Umfeld sind es vor allem die Geschichten von Menschen, die uns berühren – nicht irgendein Unternehmens-Sprech und schon gar kein Sales-Pitch. Es geht darum, Leser und Leserinnen zu berühren. Und es geht um Interaktion.

“Ich mache auf Social Media genau das, was ich auch sonst tue”, sagt Jens. Und wie kommst du zum Selling? Initiales Offering klein schneiden, Hürden runtersetzen, die offensichtlichen Pain Points ansprechen. Aber: “Zu 99 Prozent habe ich einfach nur Bock am Interagieren.” Wie rechnet sich das für den Vertrieb?

Warum reden wir so oft statt zu schweigen? Warum fällt es uns so schwer, mal fünf Sekunden lang nichts zu sagen? “Eloquenz bringt harte Vorteile”, konstatiert Jens. Stimmt, Sprache ist Macht. Aber macht uns das Schweigen an der richtigen Stelle nicht viel mächtiger? So oder so gilt: Wie du sprichst, sagt viel über dich aus. Wie du schweigst, ganz sicher auch.
Jens und Ekkehard spazieren durch den Park von Schloss Nymphenburg. Mehr passiert nicht in dieser Folge – nur ein kleines Schwätzchen mit dem einen oder anderen Gedankenspiel. Zum Beispiel über Ess-Insekten und Hoch-Füchse.

Nach Schätzungen von IBM werden sich in den kommenden fünf Jahren 120 Millionen Beschäftigte weltweit neu erfinden müssen. Die Ursache: KI-basierte Automatisierung – die Bot-Ära. Lars Schatilow ist Associate Partner bei IBM Deutschland und Begründer der Initiative: “Human Friendly Automation”. Es geht ihm und seinem Mitstreiter Hanjo Gergs von der Gesellschaft für empirische Organisationsforschung (GfeO) darum, die Automatisierung pro-aktiv anzugehen, die Betroffenen darauf vorzubereiten und Lösungen zu finden – möglichst schon bevor das Problem sichtbar wird. (Disclaimer: Beide Gäste dieser Folge geben ihre private Meinung wieder und nicht die von IBM oder GfeO).

Dürfen wir Fehler machen? Und dürfen wir denselben Fehler sogar zweimal machen? Jaaaa, heißt es da aus den Führungsetagen, ist doch klar, angstfreier Raum und so. Aber stimmt das wirklich? Jens und Ekkehard tauchen ein in die Welt der Missgeschicke – was ist ein Fehler überhaupt? Wie sehen Fehler heute aus in unserer komplexen, mehrdeutigen Wirklichkeit? Beweisen Fuck-up-Nights unsere Fehlerkultur oder sind sie eher kokette Bekundungen? Wie gehst du persönlich um mit deinen Fehlern und wie wirkt sich das auf deine Umwelt aus? Genieße diese neue Digitacheles-Folge voller persönlicher Be- und Erkenntnisse.
Nur noch wenige Tage bis zur Bundestagswahl und du hast noch keine Idee, wen du wählen sollst? Dann ab zum Wahl-O-Mat. Sollte man meinen. Laut Spiegel Online wurde er immerhin schon fast 16 Millionen Mal genutzt.

Ein Fall für Jens und Ekkehard: Die beiden diskutieren so gutgelaunt wie kontrovers Aussage für Aussage. Sie stolpern über technische Unzulänglichkeiten, unklare Botschaften und fehlenden Kontext. Das Ergebnis Ihrer Entscheidungen verblüfft sie dann auch ordentlich.
Linkedin ist Treffpunkt mit großer Sause rund um die Uhr, bei Xing ist nix los. Kontaktanfragen von Xing? Sind bäh. Stimmt das wirklich oder ist das wieder nur eine von vielen Wahrnehmungsblasen? Jens und Ekkehard tauschen ihre Erfahrungen mit Xing aus – und versteigen sich sogar zu Verbesserungsvorschlägen.
Josef Hien ist ein sanfter Mensch. Was ihn allerdings nicht davon abhält, die Dinge auf den Punkt zu bringen. Vor der Bundestagswahl 2021 erteilt der Münchner Liedermacher den Rechten eine Abfuhr. Mit einem Swing, wie könnte es anders sein? Und das macht er nicht allein.

Margot Käßmann und Dragqueen Catherrine Leclery, Miss Allie und Bundesfamilienministerin a.D. Renate Schmidt, Konstantin Wecker und Max Uthoff treten gemeinsam in seinem neuesten Musikvideo auf. Sie alle und noch weitere Promis zeigen damit, dass sie unter keinen Umständen Rechtspopulisten wählen – zu Josef Hiens Song mit dem einleuchtenden Titel „Vergiss es!“

Ist Leichtigkeit bei diesem Thema angemessen? „Ich möchte mir von Rechtspopulisten meine Fröhlichkeit nicht nehmen lassen!“ sagt Josef Hien dazu. „Es gilt zu jeder Zeit, sich rechten und demokratiefeindlichen Tendenzen klar entgegenzustellen. Aber man darf dabei nie das eigene Niveau verlieren oder in Hass verfallen.“

Der Song wird begleitet von einer Kampagne in den Sozialen Medien, wo sich jeder und jede mit dem Hashtag #vergisses hinter die Botschaft des Projekts stellen kann: keine Stimme für Rechtspopulisten. Mehr zur Kampagne unter http://vergisses.info
Jens liebt seine Zahlen. Er misst so ziemlich alles: Kundenzufriedenheit, Zielerreichung, Marketingaktivitäten, Mitarbeiterzufriedenheit und und und. Ekkehard hegt da so seine Zweifel. Wie sinnvoll ist das überhaupt? Welche dieser Key Performance Indikatoren sind tatsächlich handlungsleitend? Welche sind nur scheinbare Hilfen und dienen eher dem Bedürfnis, wenig Greifbares zu rationalisieren? In dieser Folge von Digitacheles kommen die beiden zu einer nützlichen Erkenntnis über den Umgang mit Kennzahlen.
Firmenbroschüren sind pfui. Sie sind grundsätzlich veraltet. Und sie bedienen in erster Linie das Bedürfnis, jemandem etwas physisch in die Hand zu drücken. Auch die üblichen Unternehmensfolien gewinnen keine Menschen – sie sind die elektronischen Wiedergänger der Broschüren, ein weiteres Beispiel für nicht verstandene Digitalisierung. Wie müssen wir also miteinander kommunizieren, um unser Unternehmen erfolgreich zu präsentieren? Jens und Ekkehard leiten aus ihren Beobachtungen über die letzten Jahrzehnte ihre persönliche Erfolgsformel ab. Und die ist verblüffend einfach. Hört rein, es lohnt sich!
Julian Feinauer ist promovierter Mathematiker und begeisterter Treiber der Digitalisierung. Sein besonderer Fokus gilt dem Mittelstand. Und dort vor allem dem Maschinenbau. Er sieht hier mächtige Tiere, die viel leisten und geleistet haben. Von denen einige sich aber nicht dem nötigen Wandel anpassen.

Na, merkste was? Genau! Wie einst die Dinosaurier. Aus einem Zufall heraus schuf Julian den Digidino als Sinnbild für die Notwendigkeit, sich anzupassen; heute mehr und einschneidender als je zuvor. In diesem Podcast diskutieren Julian, Jens und Ekkehard den Änderungsdruck ebenso wie die großen Hürden. Julian benennt ganz konkret, was der Maschinenbau jetzt tun muss und wie er das pragmatisch hinbekommt.
Welche neuen Bezahlmodelle entstehen gerade? Was sind sinnvolle KPIs? Haben Dienstleister die entscheidenden Kriterien überhaupt in der Hand? Wann ist Revenue Share gerechtfertigt? Wie skalieren Dienstleistungen? Märkte und Methoden wandeln sich. Bepreisung muss neu ausgehandelt werden. Relevant sind Rückkanäle und Messbarkeit: Wie bewerte ich die Wertschöpfung in Euro?
Menschliche Wahrheiten sind oft einfach zu verstehen, aber schwierig zu beherzigen. Wir beherrschen uns nicht. Wir sind komplexe Systeme – wie Organisationen. Wer glaubt, sich im Griff zu haben, der täuscht sich. Grenzen ziehen heißt, auch mal nein sagen zu können; nein sagen heißt oft: raus aus der oberflächlichen Harmonie. Und das passiert extrem selten. Andreas Wolf ist Coach für Führungskräfte. Wenn er vom Wert der Grenze spricht, lohnt es sich, genau hinzuhören. Achtet am besten auf jedes Wort – seine Botschaften haben es in sich!
Jens gibt sein Chef-Büro auf. “Es ist nicht mehr mein Büro”, sagt er mit einen Anflug von Trauer und Stolz. Das müsste doch heute völlig normal sein, oder? Ist es nicht, zeigt die große Resonanz auf dieses Thema. Und auch Jens hat erst auf den zweiten Blick erkannt, dass seine Familienbilder jetzt nicht mehr hineingehören. Die Entwicklung vom Arbeitsplatz zur Begegnungsstätte wird eines Tages als Folge der Corona-Zeit gesehen werden. In etwas abgehobeneren Worten heißt das: “Du gehst dorthin, wo Energie ist.” Aber gibt es die echten Arbeitsplatz-Nomaden? Halten wir nicht alle auch gerne fest an unseren Gewohnheiten und Privilegien?
Friede, Freude, Eierkuchen, wo immer man hinschaut in den Meetings. Ist schlechte Laune überhaupt gesellschaftsfähig? Und was ist mit Ungeduld? Was mit den unsäglichen anderen Kindheitsreaktionen? Kommt schlechte Laune, wenn die Argumente fehlen oder irgend etwas Unbenennbares stört? Ist schlechte Laune etwa die Folge davon, wenn jemand ständig deine Grenze überschreitet? Bist du am Ende selbst Schuld, weil du deine Grenzen gar nicht benannt hast? Jens flüchtet sich in Sarkasmus, Ekkehard zieht sich gleich ganz zurück. Schlechte Laune ist ein modernes Tabu.
Puh, das hat gedauert: Jens und Ekkehard sind zum Podcasten wieder im Büro vereint. Corona hatte ihnen eine gehörige Durststrecke verschafft. Als “übermütig und nostalgisch” beschreiben die beiden ihren Gemütszustand. Und so plauschen sie ganz ungezielt drauflos: Das Home Office hat Gutes und Schlechtes gebracht. Sie sezieren die Aspekte mit Wonne.
VUCA beschreibt die zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen strategischer Führung. Das Akronym steht für Volatility (Unbeständigkeit), Uncertainty (Ungewissheit), Complexity (Komplexität) und Ambiguity (Mehrdeutigkeit). Dasselbe Akronym nutzt eine Strategie, um mit VUCA umzugehen – allerdings mit den Begriffen Vision, Understanding (Verstehen), Clarity (Klarheit) und Agility (Agilität) – eine Art VUCA 2.0.

Jens und Ekkehard fragen sich, ob Corona dem VUCA-Gedanken Nachdruck verliehen hat. Sie stellen fest, dass viele Strukturen in Deutschland auf Status-Erhalt ausgelegt sind. Lieben wir Deutschen das Bewahren so sehr, weil wir uns in unsere Ingenieurskunst eingeigelt haben? Verstehen wir Innovation zu kleinteilig und zu prozesslastig, sodass uns echte Disruption vom Stuhl fegt? Befinden wir uns in einer Schockstarre angesichts der Unicorns aus aller Welt?

Die beiden einigen sich darauf, was VUCA 2.0 für sie bedeutet: Annehmen der Komplexität statt zu jammern, die neuen Möglichkeiten nutzen und hinnehmen, dass es nur temporäre Klarheit gibt; ständig dazulernen und akzeptieren, dass die Rahmenbedingungen sich laufend ändern. In einem Fehlertoleranten Umfeld macht das auch noch richtig Freude!
Wir Menschen lieben es, gefragt zu werden. Wir fragen alle viel zu wenig – und vor allem hören wir viel zu wenig zu. Wie fragst du richtig? Wie schaffst du es, dich selbst komplett zurückzunehmen und dein Gegenüber bestimmen zu lassen, wohin die Reise geht? Wieviel Wahrnehmung hältst du aus, wenn die Wahrheit doch so anders zu sein scheint? Und wie systematisch fragst du nach? Keine Frage, Fragen fragen ist eine Kunst!
“Wir haben zu wenig Demut vor dem, was wir lernen können, und wir sind zu wenig mutig, uns auf das Wissen zuzubewegen”, sagt Gerrit Mauch, Experte für Neues Lernen. Die Digitalisierung fordert ein Umdenken von uns: Herkömmliches Lernen schaltet gleich, ist nicht individualistisch. Wir müssen heute aber die Individualität des Einzelnen in den Fokus stellen.
“Wir sind soziale Wesen, wir wollen Nähe”, postuliert Wolf Ingomar Faecks, CEO der Plan.Net Group mit über 1.000 Mitarbeitenden. Mitten in die Corona-Zeit fällt der jüngste Job-Wechsel des “emotionalen Führers”, wie er sich selbst bezeichnet. Wie geht einer, der von Interaktionen lebt, mit physical distancing um? Oder, wie er es sagt: “Wie bewahrst du den Cosyness-Faktor?”
Hörst du lieber informative Podcasts oder Wohlfühlformate, die Vertrautheit schaffen mit den Sprechenden? Teilen solche Formate den Wirkmechanismus der Film-Serien, die sich die Zeit nehmen, ihre Figuren zu entwickeln? Das ist etwas sehr Verbindendens, sagt Jens. Und das kann auch zwiespältig sein, meint Ekkehard – und präsentiert einen Podcast, den er so schlimm findet, dass er nicht mehr davon loskommt.
Warum tut sich der Freundeskreis so schwer, wenn du sagst, dass du gründen willst? Ist das eine generelle Abneigung der Menschen gegen Änderung? Hat es mit dem existenziellen Charakter einer Gründung zu tun? Sind Gründer aus Unternehmerfamilien erfolgreicher? Oder verbindet erfolgreiche Selbstständige eher eine bestimmte Haltung? Sind es am Ende vielleicht nur eine große Klarheit und der unbedingte Wille, die zum Ziel führen?
Hand aufs Herz: Wie gut kannst du im Sowohl-als-auch denken und Mehrdeutigkeiten zulassen? Hanjo Gergs hat gerade sein neuestes Buch zur “Ambidextrie” veröffentlicht. Und um genau diese “Beidhändigkeit” geht es auch in unserem Gespräch: Sie ermöglicht Unternehmen gleichzeitig Exploration und Exploitation – eine Voraussetzung, um auch morgen noch am Markt zu sein.
Warum posten Menschen auf Linkedin soviel Banales, Belangloses, Selbstbezogenes und sogar Meta-Selbstbezogenes? Geht es darum, den Algorithmus durch Regelmäßigkeit gnädig zu stimmen? Kommt man beim Posten irgendwann in einen suchtähnlichen Flow? Oder ist Social Media zum Corona-Abflusskanal geworden? Jeder Klick stimuliert das Belohnungssystem, jedes Like beflügelt die Postenden, jedes Teilen suggeriert Nähe und Gemeinschaft. Aktive Zeitverschwendung? Und wenn ja, wäre das so schlimm? Und mal ganz abgesehen davon: Sind Bananen wirklich leckerer als Äpfel? Hat Jan Josef Liefers uns etwas Wichtiges zu sagen? Diese und weitere spannenden Fragen diskutieren Ekkehard und Jens leidlich kontrovers in der aktuellen Folge von Digitacheles.
Jens und Ekkehard sind natürlich längst in der Cloud zuhause, getrieben von Leidensdruck und gelockt von Nutzenversprechen. Dem Wechsel der Welten sinnieren sie fast melancholisch nach: Schallplatte, CD, MP3, Spotify. Gigabytes voll digitaler Fotos. Und jetzt: Brave New Cloud World? Oder sind wir alle im Vendor Lock-in gefangen? Und überhaupt: Brauchen Daten in der Cloud wirklich ständig Strom? Wie ändern sich Konsumgewohnheiten und Geschäftsmodelle? Werden Big Data und künstliche Intelligenz den nächsten großen Wandel herbeiführen? Welche Geheimdienste und andere dunklen Mächte bedienen sich an unseren Datenpools?
Warum erinnert sich Ekkehard nach 35 Jahren noch an das Gel in den Haaren eines Geschäftsführers? Was macht eine gute Geschichte heute aus? Muss sie snackable sein? Stimmen die Archetypen noch, von denen so oft die Rede ist? Brauchen wir neue Narrative jenseits von Rosamunde Pilcher und rundgeschliffenem Unternehmenssprech? Und wie sollen sie aussehen?
“Ja, aber machen Sie schnell.” Von der Schokoladen-Hotline über den Internet-Provider bis hin zur Abo-Falle: Schlechter Service hat viele Gesichter und ist allgegenwärtig. Ist der Grund unsere Gier nach immer mehr Leistung für immer weniger Geld? Überhaupt: Was kostet eigentlich ein Service-Fall? Und versaut Amazon unsere Erwartungshaltung? Oder geht es am Ende um schlechte Führungskultur? Ekkehard macht in dieser Folge ein peinliches Bekenntnis, Jens trumpft auf mit fragwürdigen Life Hacks. Ein Muss für alle, die sich schon mal über schlechten Service geärgert haben. Also alle.
Wieviel Schwäche dürfen wir zeigen? Sind wirklich nur diejenigen interessant, die schneller, größer, weiter können? Und dürfen Frauen eher Schwächen eingestehen als Männer? Was passiert denn eigentlich, wenn wir es einfach mal zugeben? Und sollten wir das öffentlich machen oder doch lieber im vertrauten Kreis? Und überhaupt: Kann man schwach sein lernen? Jens und Ekkehard nähern sich einem Thema, das allgegenwärtig ist und doch nur selten benannt wird.
“Ich will das Wissen reisen lassen, nicht den Techniker.” Markus Große Böckmann ist Gründer und Geschäftsführer von Oculavis, einem vielfach ausgezeichneten Augmented-Reality-Startup. Wenn er so ganz nebenbei bemerkt: “An vielen Stellen glaube ich mehr an vernünftig gedrehte Videos als an AR”, klingt das wie ein Widerspruch. In Wahrheit aber ist genau das sein Erfolgsrezept: das Bodenständige. Komplexität rausnehmen statt Feature Fucking. Den Leuten zuschauen, wie sie sein Produkt verwenden. Ihre Probleme lösen statt Buzzwords beten.
Abgründe tun sich auf: Im 21. Jahrhundert lebt das Fax munter weiter – Jens und Ekkehard streiten sich über Sinn und Unsinn der analogen Technologie, singen gemeinsam mit virtuellen Schnauzbärtchen und erfinden ganz nebenbei die sicherste Social-Media-Kommunikation der Welt.
Jens und Ekkehard scrollen durch dutzende Akquise-Nachrichten auf ihren Sozialen Accounts. Vordergründig amüsiert mäandern die beiden durch viele Gefühlslagen, von zynisch bis berührt, von offenbarend bis nachdenklich. Am Ende werden die beiden überraschend versöhnlich.
Nils Reichardt ist Spiegel-Bestsellerautor – mit gerade mal 19 Jahren! Außerdem hat er die beliebte Schulplaner-App “Sharezone” entwickelt. Mit Jens und Ekkehard fantasiert der Senkrechtstarter über Schule im Jahr 2030: Dort wird projektorientiertes Lernen das althergebrachte Fächerdenken in Rente geschickt haben und Leistung endlich danach bewertet werden, was tatsächlich zählt. Wird es?
Mal ehrlich: Musst du dich auch erst aufs Fahrrad setzen, um deinem Smartphone eine Stunde lang zu entkommen? Dann herzlich willkommen im Klub. Jens und Ekkehard offenbaren ihre Hassliebe zu den schlanken Quälgeistern in ihren Hosentaschen und diagnostizieren sich Suchtverhalten. Für Licht am Ende des Tunnels sorgen gute Vorsätze und zwei Hacks.
Für viele von uns sind smarte Mitnehm-Telefone, klobige gechippte Uhren und manch andere elektronische Helferlein längst zu Fetischen geworden. Oder? Ekkehard und Jens streiten sich, ob tatsächlich der Nutzen der Devices im Vordergrund steht oder doch die Hassliebe zu den Handschmeichlern dominiert.
Für viele von uns sind smarte Mitnehm-Telefone, klobige gechippte Uhren und manch andere elektronische Helferlein längst zu Fetischen geworden. Oder? Ekkehard und Jens streiten sich, ob tatsächlich der Nutzen der Devices im Vordergrund steht oder doch die Hassliebe zu den Handschmeichlern dominiert.
Wie denkt eine mittelständische Geschäftsführerin über das Trendthema Künstliche Intelligenz? Wieviel technischer Hintergrund kommt an, wieviel ethische Grundlage und welche Erwartungen und Wünsche entstehen daraus? Vanessa Weber nimmt uns mit auf eine Reise nach Tel Aviv, erläutert ihr neuestes Startup und was ihr sonst noch wichtig ist als Unternehmerin.

Hand aufs Herz: Wie richtest du deine Küche ein? Alles vorgeplant und dann aufgebaut, oder machst du das in einzelnen Schritten? Und wie richtest du dein Leben ein? “Das Leben ist agil”, lernen wir im Gespräch mit Clemens Schäfer, Geschäftsführer der it factum GmbH. Und ganz tief reingeschaut in unser ach-so-professionelles IT-Treiben handeln wir nie hundertprozentig agil. Gründe dafür gibt’s zuhauf. Eine bitter ehrliche Folge von digitacheles.

Heute ist angeblich alles agil, nicht nur in der Software-Entwicklung. Der Begriff ist an etlichen Stellen zur Worthülse verkommen. Teil 1 unserer Mini-Serie klärt den Begriff, beschreibt die wichtigsten Zutaten zur Agilität und zeigt ihre Grenzen auf.

Zusammen mit dem trotzigen Millennial Dina Brandt erkunden Jens und Ekkehard den Suchtfaktor rund um Clubhouse: Neben sehr persönlichen Bekenntnissen purzelt da auch so ganz nebenbei der eine oder andere Hack raus, wie die heiligen Algorithmen der neuen Hype-App gnädig gestimmt werden können.

Klimakatastrophe, Müllberge, Konsumexzesse – immer mehr von den begehrten gut ausgebildeten Nachwuchskräften fordern sinnvolle und nachhaltige Projekte im Job. Unternehmen reagieren mit Ignoranz, Greenwashing oder echten Wandlungen. Jens und Ekkehard prüfen ihre eigenen Erfahrungen und streiten sich über Glaubwürdigkeit.

In Zukunft wird vieles von dem, an das wir bisher geglaubt haben, nicht nur einfach ein bisschen falsch, sondern es wird so falsch, dass das Gegenteil richtig ist!” Jochen Schwarzmann schwimmt seit 26 Jahren gegen den Mainstream von Wissenschaft und Wirtschaft an. Dabei sind seine Thesen verblüffend naheliegend: Infrastruktur muss Veränderung ermöglichen. Und dazu braucht es nicht Optimierung sondern Redundanz – wir sollten Prozesse als Individuen denken, die sich in Populationen weiterentwickeln. Großes Kino mit coolen Take-aways!

Manchmal fasst du dir an den Kopf, was für ein Zeug gepostet wird: Die Spanne reicht von Banalitäten über Pseudopsychologisches bis hin zu Peinlichkeiten. Wer sich positiv abheben will, braucht ein Gefühl für Rhythmus, muss die Harmonielehre beherrschen und darf seine Einsätze nicht verpatzen. Wie ein echter Rockstar bewegt sich Paul Lanzerstorfer durchs Netz. Wir haben ihn herausgefordert und viel dabei gelernt.


Amazon regiert die Welt, unsere Innenstädte veröden – und wir Konsumenten und Konsumentinnen? Sind längst süchtig geworden nach der Convenience des Online-Handels. Wie böse ist das? Gute Seiten, schlechte Seiten einer durch Corona beschleunigten Entwicklung.

Ein Shitstorm braut sich zusammen: Das Gefühl, da passiert grad was Großes. Es verpflichtet dich scheinbar zum Mitmachen. Das geht ganz schnell, fast beiläufig. Schaukelt sich hoch. Wird gewaltig, löst sich vom Anlass, wird zum Ventil für die Täter. Und erdrückt die Betroffenen. Jens und Ekkehard tasten sich vor in die Grauzone zwischen Zivilcourage und Niedertracht.

These: Frech sein hat seinen Preis. Noch ‘ne These: Wir dürfen viel frecher sein als wir uns trauen. Wann, wo und wie wollen wir das? Im Rückblick sind oft hübsche Anekdötchen entstanden. Aber wieviel Mut haben wir davor? Wie authentisch sind wir beim Frechsein? Was ist unsere innere Haltung, wenn wir frech sind?

Experten und Expertinnen versuchen zunehmend, sich auf Business-Plattformen wie Linkedin und XING als Persönlichkeiten zu positionieren. Viele bewegen sich dabei eher plump. Aber wie ehrlich willst du sein? Wieviel Sprachwitz erlaubst du dir? Ziehen Allerwelts-Weisheiten besser als deine eigenen Erkenntnisse? Ekkehard und Jens hadern mit Vereinfachung, Verwässerung und Oberflächlichkeit im digitalen Kosmos.

Life Hacks, Erkenntnisse und Allzumenschliches aus den Wohn- und Schlafstuben deutscher Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Jens und Ekkehard schütten ihre Schatzkistchen persönlicher Erlebnisse aus dem Home Office zusammen: Heraus kommt ein Häufchen aus peinlichen, anrührenden und philosophischen Augenblicken.

Jens und Ekkehard streiten sich über Sinn und Unsinn von Weihnachts-Aussendungen an Kunden: Sie arbeiten sich an zehn Argumenten ab und streuen krasse Storys aus dem richtigen Leben ein. Ein Diskurs wie eine Plätzchenschlacht.

Mit Allerweltssprüchen lockt ihr keine Talente hinter dem Ofen vor. Was ist der Kern eurer Arbeitgebermarke? These: Du weißt nicht, weshalb ihr besonders seid. Keine Frage, es gibt einen Grund. Aber, hey, es ist nicht das kostenlose Bio-Obst. Und auch nicht der Kicker im Keller. Der Zauber passiert woanders. Wie packst du das in einen Satz, oder besser: in ein Wort?

Warum sind eure Webseiten da draußen alle so langweilig? Jens und Ekkehard lästern über den aktuellen Stand im Web-Design – der ist nämlich erschreckend öde. Sieben Thesen, woran es krankt und wie sich das verbessern ließe.

Das Intro zum Podcast basiert auf dem Track “Je ne peux pas le retenir” von Bluemillenium, Lizenziert unter Creative Commons http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/ Original: http://ccmixter.org/files/Bluemillenium/62208